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Neu in der Führungsrolle

Führungskraft werden: Will ich das wirklich?

Von Sandra-Lorena Bahlmann · 7 Min. Lesezeit · Aktualisiert: Oktober 2026

Kurz gesagtFührungskraft zu werden lohnt sich, wenn dich Menschen, Zusammenhänge und Entscheidungen mehr reizen als die eigene Facharbeit. Weniger gute Gründe sind allein Gehalt, Status oder „der nächste logische Schritt“. Ehrliche Fragen helfen bei der Entscheidung: Freust du dich auf Gespräche, die unangenehm werden? Kannst du Arbeit abgeben, die du selbst besser machen würdest? Und willst du daran gemessen werden, wie gut dein Team ist, statt wie gut du selbst bist?

In vielen Startups wird man Teamlead, weil man gut im Job ist und das Team wächst. Ob man das überhaupt will, fragt kaum jemand. Dabei ist Führen ein anderer Beruf als die Facharbeit davor. Dieser Artikel hilft dir, ehrlich herauszufinden, ob die Rolle zu dir passt.

Warum willst du Führungskraft werden?

Wenn du dich zum ersten Mal auf eine Führungsrolle bewirbst, wirst du das mit großer Wahrscheinlichkeit gefragt. Beantworte die Frage vorher für dich selbst, und zwar ehrlich. Es gibt Gründe, die tragen, und Gründe, die nach ein paar Monaten nicht mehr reichen.

Gründe, die tragenGründe, die selten reichen
Du willst Menschen entwickeln und ein Team aufbauenMehr Gehalt
Dich reizen Zusammenhänge, Strategie und EntscheidungenStatus oder Titel
Du willst Rahmenbedingungen verbessern, nicht nur Aufgaben erledigen„Das ist halt der nächste Schritt“
Dir liegt es, Leute zusammenzubringen und zu motivierenDu willst nicht mehr operativ arbeiten

Gehalt ist kein schlechter Grund. Er reicht nur nicht, wenn dir der Rest der Rolle keinen Spaß macht. Und wer führen will, um nicht mehr operativ zu arbeiten, wird im Startup enttäuscht: Teamleads arbeiten dort fast immer noch mit.

7 Fragen, die dir die Entscheidung leichter machen

  1. Freust du dich auf die Erfolge anderer? Als Führungskraft wirst du daran gemessen, was dein Team schafft, nicht daran, was du selbst schaffst.
  2. Kannst du Arbeit abgeben, die du besser machen würdest? Delegieren heißt auch auszuhalten, dass etwas anders gelöst wird als von dir.
  3. Hältst du unangenehme Gespräche aus? Kritisches Feedback, Low Performer, irgendwann vielleicht ein Kündigungsgespräch. Das gehört dazu.
  4. Bist du eher Generalist oder Spezialist? Wer gern viele Themen verbindet, fühlt sich in der Führung oft wohler als jemand, der tief in einem Fach aufgeht.
  5. Magst du Entscheidungen ohne vollständige Informationen? Gerade im Startup musst du oft entscheiden, bevor alles klar ist.
  6. Willst du mehr Zeit mit Menschen als mit Aufgaben verbringen? 1:1s, Abstimmungen und Meetings werden einen großen Teil deiner Woche füllen.
  7. Bist du bereit, wieder Lernende zu sein? Auch wer fachlich sehr gut ist, fängt in der Führung von vorn an.

Wenn du bei den meisten Fragen innerlich „ja, eigentlich schon“ sagst, spricht viel dafür. Wenn du bei mehreren zögerst, ist das kein Ausschlusskriterium, aber ein guter Grund, genauer hinzuschauen.

Was sich wirklich ändert, wenn du führst

In der FachrolleAls Führungskraft
Dein ErfolgDeine eigenen ErgebnisseDie Ergebnisse deines Teams
Dein TagViel eigene Arbeit am StückViele Gespräche, Unterbrechungen, Abstimmung
FeedbackOft direkt und schnellSeltener, und oft erst über dein Team
BeziehungenKolleginnen und Kollegen auf einer EbeneDu bewertest und entscheidest über Menschen, die du magst

Gerade der letzte Punkt wird oft unterschätzt, vor allem, wenn du intern aufsteigst. Wie das gut gelingt, steht in Vom Kollegen zum Teamlead.

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Und wenn du merkst: Führung ist nichts für mich?

Das ist eine gute Erkenntnis, kein Scheitern. Viele Startups und Scaleups bieten inzwischen Fachkarrieren an, etwa als Senior, Staff oder Principal. Dort wächst du in Wirkung und Gehalt, ohne disziplinarisch zu führen. Frag in deinem Unternehmen nach, ob es diesen Weg gibt, bevor du eine Führungsrolle annimmst, die du eigentlich nicht willst.

Wie du dich vorbereitest

  • Sag es laut. Deine Führungskraft kann dich nur fördern, wenn sie weiß, dass du führen willst.
  • Übernimm schon jetzt Verantwortung. Onboarding neuer Kollegen, ein Projekt leiten, Mentoring. So testest du die Rolle, bevor du sie hast.
  • Bereite dich auf die Bewerbung vor. Wie das intern und extern funktioniert, steht in Bewerbung als Teamleitung.
  • Plane die ersten Monate. Dabei hilft Die ersten 90 Tage als Teamlead.
  • Hol dir Sparring von außen. Jemand, mit dem du deine Fragen besprechen kannst, ohne dass deine eigene Führungskraft jedes Zögern mitbekommt.

Du überlegst, Führungskraft zu werden?

Im Führungskräfte-Coaching klären wir, ob die Rolle zu dir passt, und bereiten dich auf den Schritt vor, in Berlin vor Ort oder online. Im kostenlosen 20-minütigen Fit Call schauen wir, wo du stehst.

Häufige Fragen

Warum will ich Führungskraft werden?

Gute Gründe sind, dass du Menschen entwickeln, Zusammenhänge gestalten und Entscheidungen treffen willst. Gehalt oder Status allein tragen selten über die ersten schwierigen Monate.

Woran merke ich, ob Führung zu mir passt?

Wenn dich die Erfolge anderer freuen, du Arbeit abgeben kannst und unangenehme Gespräche aushältst, spricht viel dafür. Teste es vorher mit Verantwortung im kleinen Rahmen, etwa Onboarding oder Projektleitung.

Muss ich Führungskraft werden, um Karriere zu machen?

Nein. Viele Startups und Scaleups bieten Fachkarrieren, in denen du in Wirkung und Gehalt wächst, ohne ein Team disziplinarisch zu führen.

Hilft Coaching bei der Entscheidung, Führungskraft zu werden?

Ja. Im Coaching sortierst du deine Motivation, prüfst, ob die Rolle zu deinen Stärken passt, und bereitest dich auf die ersten Monate vor, ohne dass deine eigene Führungskraft jede Unsicherheit mitbekommt.

Sandra-Lorena Bahlmann

Sandra-Lorena Bahlmann ist Leadership- und Career-Coach für Tech-Startups in Berlin. Mehr über ihr Leadership-Coaching für Startups → Sie war Co-Founderin eines Tech-Startups, hat cross-funktionale Marketing-Teams von bis zu 10 Mitarbeitenden in B2B-SaaS-Startups geführt und Teams durch Post-Merger-Integrationen begleitet. Heute coacht sie First-Time Leader und High Performer in Tech-Startups, mit über 800 Coaching-Stunden und 35+ Empfehlungen auf LinkedIn.

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