In vielen Startups wird man Teamlead, weil man gut im Job ist und das Team wächst. Ob man das überhaupt will, fragt kaum jemand. Dabei ist Führen ein anderer Beruf als die Facharbeit davor. Dieser Artikel hilft dir, ehrlich herauszufinden, ob die Rolle zu dir passt.
Warum willst du Führungskraft werden?
Wenn du dich zum ersten Mal auf eine Führungsrolle bewirbst, wirst du das mit großer Wahrscheinlichkeit gefragt. Beantworte die Frage vorher für dich selbst, und zwar ehrlich. Es gibt Gründe, die tragen, und Gründe, die nach ein paar Monaten nicht mehr reichen.
| Gründe, die tragen | Gründe, die selten reichen |
|---|---|
| Du willst Menschen entwickeln und ein Team aufbauen | Mehr Gehalt |
| Dich reizen Zusammenhänge, Strategie und Entscheidungen | Status oder Titel |
| Du willst Rahmenbedingungen verbessern, nicht nur Aufgaben erledigen | „Das ist halt der nächste Schritt“ |
| Dir liegt es, Leute zusammenzubringen und zu motivieren | Du willst nicht mehr operativ arbeiten |
Gehalt ist kein schlechter Grund. Er reicht nur nicht, wenn dir der Rest der Rolle keinen Spaß macht. Und wer führen will, um nicht mehr operativ zu arbeiten, wird im Startup enttäuscht: Teamleads arbeiten dort fast immer noch mit.
7 Fragen, die dir die Entscheidung leichter machen
- Freust du dich auf die Erfolge anderer? Als Führungskraft wirst du daran gemessen, was dein Team schafft, nicht daran, was du selbst schaffst.
- Kannst du Arbeit abgeben, die du besser machen würdest? Delegieren heißt auch auszuhalten, dass etwas anders gelöst wird als von dir.
- Hältst du unangenehme Gespräche aus? Kritisches Feedback, Low Performer, irgendwann vielleicht ein Kündigungsgespräch. Das gehört dazu.
- Bist du eher Generalist oder Spezialist? Wer gern viele Themen verbindet, fühlt sich in der Führung oft wohler als jemand, der tief in einem Fach aufgeht.
- Magst du Entscheidungen ohne vollständige Informationen? Gerade im Startup musst du oft entscheiden, bevor alles klar ist.
- Willst du mehr Zeit mit Menschen als mit Aufgaben verbringen? 1:1s, Abstimmungen und Meetings werden einen großen Teil deiner Woche füllen.
- Bist du bereit, wieder Lernende zu sein? Auch wer fachlich sehr gut ist, fängt in der Führung von vorn an.
Wenn du bei den meisten Fragen innerlich „ja, eigentlich schon“ sagst, spricht viel dafür. Wenn du bei mehreren zögerst, ist das kein Ausschlusskriterium, aber ein guter Grund, genauer hinzuschauen.
Was sich wirklich ändert, wenn du führst
| In der Fachrolle | Als Führungskraft | |
|---|---|---|
| Dein Erfolg | Deine eigenen Ergebnisse | Die Ergebnisse deines Teams |
| Dein Tag | Viel eigene Arbeit am Stück | Viele Gespräche, Unterbrechungen, Abstimmung |
| Feedback | Oft direkt und schnell | Seltener, und oft erst über dein Team |
| Beziehungen | Kolleginnen und Kollegen auf einer Ebene | Du bewertest und entscheidest über Menschen, die du magst |
Gerade der letzte Punkt wird oft unterschätzt, vor allem, wenn du intern aufsteigst. Wie das gut gelingt, steht in Vom Kollegen zum Teamlead.
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Und wenn du merkst: Führung ist nichts für mich?
Das ist eine gute Erkenntnis, kein Scheitern. Viele Startups und Scaleups bieten inzwischen Fachkarrieren an, etwa als Senior, Staff oder Principal. Dort wächst du in Wirkung und Gehalt, ohne disziplinarisch zu führen. Frag in deinem Unternehmen nach, ob es diesen Weg gibt, bevor du eine Führungsrolle annimmst, die du eigentlich nicht willst.
Wie du dich vorbereitest
- Sag es laut. Deine Führungskraft kann dich nur fördern, wenn sie weiß, dass du führen willst.
- Übernimm schon jetzt Verantwortung. Onboarding neuer Kollegen, ein Projekt leiten, Mentoring. So testest du die Rolle, bevor du sie hast.
- Bereite dich auf die Bewerbung vor. Wie das intern und extern funktioniert, steht in Bewerbung als Teamleitung.
- Plane die ersten Monate. Dabei hilft Die ersten 90 Tage als Teamlead.
- Hol dir Sparring von außen. Jemand, mit dem du deine Fragen besprechen kannst, ohne dass deine eigene Führungskraft jedes Zögern mitbekommt.
Du überlegst, Führungskraft zu werden?
Im Führungskräfte-Coaching klären wir, ob die Rolle zu dir passt, und bereiten dich auf den Schritt vor, in Berlin vor Ort oder online. Im kostenlosen 20-minütigen Fit Call schauen wir, wo du stehst.
Häufige Fragen
Warum will ich Führungskraft werden?
Gute Gründe sind, dass du Menschen entwickeln, Zusammenhänge gestalten und Entscheidungen treffen willst. Gehalt oder Status allein tragen selten über die ersten schwierigen Monate.
Woran merke ich, ob Führung zu mir passt?
Wenn dich die Erfolge anderer freuen, du Arbeit abgeben kannst und unangenehme Gespräche aushältst, spricht viel dafür. Teste es vorher mit Verantwortung im kleinen Rahmen, etwa Onboarding oder Projektleitung.
Muss ich Führungskraft werden, um Karriere zu machen?
Nein. Viele Startups und Scaleups bieten Fachkarrieren, in denen du in Wirkung und Gehalt wächst, ohne ein Team disziplinarisch zu führen.
Hilft Coaching bei der Entscheidung, Führungskraft zu werden?
Ja. Im Coaching sortierst du deine Motivation, prüfst, ob die Rolle zu deinen Stärken passt, und bereitest dich auf die ersten Monate vor, ohne dass deine eigene Führungskraft jede Unsicherheit mitbekommt.