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Coaching im Startup

Leadership-Coaching, Training oder Mentoring im Startup: Was passt wann?

Von Sandra-Lorena Bahlmann · 7 Min. Lesezeit · Aktualisiert: Oktober 2026

Kurz gesagtTraining vermittelt Wissen und Methoden an mehrere Menschen gleichzeitig, zum Beispiel wie man Feedback gibt. Mentoring heißt, dass eine erfahrene Person ihre eigenen Erfahrungen weitergibt. Coaching arbeitet 1:1 an den konkreten Situationen der Führungskraft und hilft ihr, eigene Lösungen zu finden. Im Startup ist oft eine Kombination sinnvoll: Grundlagen per Training oder Lektüre, Erfahrungsaustausch über Mentoring, und Coaching für die individuellen, schwierigen Situationen.

Eure ersten Teamleads sind ernannt. Jetzt stellt sich die Frage: Wie unterstützt ihr sie? Ein Leadership-Training buchen? Einen erfahrenen Mentor suchen? Oder Coaching?

Die drei Begriffe werden oft durcheinandergeworfen. Dabei sind es sehr unterschiedliche Formate, und jedes passt zu einer anderen Situation.

Die Unterschiede auf einen Blick

TrainingMentoringCoaching
ZielWissen und Methoden vermittelnErfahrung weitergebenEigene Lösungen für konkrete Situationen finden
FormatGruppe, Workshop, Kurs1:1, informell1:1, strukturiert
Wer gibt die Antworten?Die TrainerinDer Mentor aus eigener ErfahrungDie Führungskraft selbst, mit Begleitung
InhaltFür alle gleichAbhängig vom MentorIndividuell
StärkeGemeinsame Basis im TeamPraxisnähe, NetzwerkTiefe, Verhalten ändert sich nachhaltig, mit Startup-Erfahrung des Coaches auch Praxisnähe

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Wann Training sinnvoll ist

Training passt, wenn mehrere neue Führungskräfte dieselben Grundlagen brauchen: wie man 1:1s führt, Feedback gibt oder Ziele setzt. Im Startup kann das ein halber Tag Workshop sein. Der Vorteil: Alle sprechen danach dieselbe Sprache.

Die Grenze: Ein Training zeigt, wie Feedback geht. Es hilft aber wenig, wenn die Führungskraft am Montag einem ehemaligen Kollegen sagen muss, dass seine Arbeit nicht reicht.

Wann Mentoring sinnvoll ist

Mentoring funktioniert gut, wenn es jemanden gibt, der den Weg schon gegangen ist, etwa eine erfahrene Führungskraft aus einem anderen Startup oder einem Investorennetzwerk. Mentoren geben Orientierung, Kontakte und Einschätzungen aus erster Hand.

Die Grenze: Mentoren erzählen, was bei ihnen funktioniert hat. Das passt nicht immer auf die eigene Situation, und nicht jede gute Führungskraft ist auch ein guter Mentor.

Wann Coaching sinnvoll ist

Coaching passt, wenn es um die individuellen Situationen geht: das schwierige Gespräch, die Rolle gegenüber den Gründern, die eigene Unsicherheit, das Team, das nicht zieht. Im Coaching arbeitet die Führungskraft an echten Fällen und entwickelt eigene Lösungen, die zu ihr und zum Startup passen.

Hat der Coach selbst in Startups gearbeitet oder geführt, kommt noch etwas dazu: Er kann bei Bedarf auch Impulse und Erfahrungen einbringen, etwa wie andere Startups ein Thema gelöst haben. Gutes Coaching verbindet dann beides, eigene Lösungen und Input aus der Praxis.

Die Grenze: Coaching ist individuell und deshalb pro Person aufwendiger als ein Gruppentraining.

Lean starten: So geht es im Startup ohne großes Programm

Ein ganzes Leadership-Programm braucht kaum ein Startup am Anfang. Ein schlanker Einstieg reicht oft:

  1. Grundlagen schaffen: Ein, zwei Artikel oder ein Buch als gemeinsame Lektüre zu 1:1s, Feedback und Erwartungen, dazu eine Stunde Austausch im Team. Kostet fast nichts.
  2. Erfahrungsaustausch ermöglichen: Ein Mentor aus dem Netzwerk der Gründer oder Investoren, oder ein monatlicher Austausch der Führungskräfte untereinander.
  3. Gezielt Coaching einsetzen: nicht für alle, sondern für die Führungskräfte, bei denen gerade am meisten auf dem Spiel steht, zum Beispiel in den ersten 3 Monaten in der Rolle.

Warum sich das lohnt: Laut Gallup hängt es zu mindestens 70 Prozent von der Führungskraft ab, wie engagiert ein Team ist. Ob ein Team motiviert ist oder nicht, liegt also vor allem an der Führung. Wie gut eure ersten Führungskräfte führen, prägt direkt, wie eure Teams arbeiten.

Mehr zum Einstieg in die Rolle steht in Die ersten 90 Tage als Teamlead. Was Coaching kostet, steht in Was kostet Leadership Coaching im Startup?

Ihr wollt eure neuen Führungskräfte gut begleiten?

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Coaching und Mentoring?

Im Mentoring gibt eine erfahrene Person ihre eigenen Erfahrungen und Ratschläge weiter. Im Coaching entwickelt die Führungskraft mit Begleitung eigene Lösungen für ihre konkreten Situationen.

Was ist der Unterschied zwischen Coaching und Training?

Ein Training vermittelt allen Teilnehmenden dieselben Inhalte und Methoden. Coaching ist individuell und arbeitet an den Situationen der einzelnen Führungskraft.

Was ist für neue Führungskräfte im Startup am besten?

Oft eine Kombination: Grundlagen per Training, Erfahrungsaustausch über Mentoring und Coaching für die individuellen Herausforderungen in den ersten Monaten.

Kann man Coaching und Mentoring kombinieren?

Ja, das ergänzt sich gut. Der Mentor bringt Erfahrung und Netzwerk, das Coaching hilft, daraus eigene Entscheidungen und Verhaltensweisen zu entwickeln. Bringt der Coach selbst Erfahrung aus Startups mit, deckt er oft beides ab. Dann ist ein zusätzlicher Mentor zum Start meist nicht nötig.

Sandra-Lorena Bahlmann

Sandra-Lorena Bahlmann ist Leadership- und Career-Coach für Tech-Startups in Berlin. Mehr über ihr Leadership-Coaching für Startups → Sie war Co-Founderin eines Tech-Startups, hat cross-funktionale Marketing-Teams von bis zu 10 Mitarbeitenden in B2B-SaaS-Startups geführt und Teams durch Post-Merger-Integrationen begleitet. Heute coacht sie First-Time Leader und High Performer in Tech-Startups, mit über 800 Coaching-Stunden und 35+ Empfehlungen auf LinkedIn.

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