Montagmorgen, Laptop auf, und schon das erste Slack-Notification fühlt sich schwer an. Du bist unzufrieden im Job. Nicht dramatisch, aber dauerhaft. Und du fragst dich: Ist das eine Phase, oder sollte ich gehen?
Gerade im Startup ist diese Frage schwer zu beantworten, weil sich ständig etwas verändert. In diesem Artikel geht es darum, wie du die beiden Fälle unterscheidest.
Phase oder Signal? Ein paar Unterscheidungen
| Eher eine Phase | Eher ein Signal für Wechsel | |
|---|---|---|
| Dauer | Wochen, an ein Ereignis gekoppelt | Seit Monaten, ohne klaren Auslöser |
| Ursache | Ein Projekt, eine Person, eine Umstrukturierung | Die Arbeit selbst, die Richtung, die Werte |
| Zukunft | Du kannst dir vorstellen, dass es besser wird | Du siehst dich dort nicht in zwei Jahren |
| Energie | Müde, aber manches macht noch Spaß | Kaum etwas gibt dir noch Energie |
| Veränderbar? | Ein Gespräch könnte etwas ändern | Du hast schon mit deiner Führungskraft gesprochen, es ändert sich nichts |
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Typische Gründe für Unzufriedenheit im Startup
- Die Rolle hat sich verändert. Was mit 15 Leuten spannend war, ist mit 150 vielleicht nur noch Abstimmung und Prozess.
- Die Richtung hat sich verändert. Neuer Fokus, Pivot, neue Investoren. Das Unternehmen ist nicht mehr das, für das du angefangen hast.
- Dauerdruck. Jede Woche ist dringend. Irgendwann bist du nur noch am Reagieren.
- Keine Perspektive. Es gibt keine nächste Stufe, oder die nächste Stufe reizt dich nicht.
- Du hast dich verändert. Deine Prioritäten mit 30 sind andere als mit 25. Mehr dazu in Mit 18 die falsche Karriere gewählt?
Was du tun kannst, bevor du kündigst
- Schreib zwei Wochen lang auf, was dich Energie kostet und was sie dir gibt. Ganz konkret, Tätigkeit für Tätigkeit. So wird aus einem diffusen Gefühl ein Muster.
- Sprich das Thema an. Mit deiner Führungskraft, wenn das Vertrauen da ist. Manchmal lässt sich eine Rolle anpassen, ein Projekt wechseln oder ein Teil abgeben.
- Prüf, ob es an der Rolle oder am Unternehmen liegt. Würde dir dieselbe Rolle woanders Spaß machen? Oder eine andere Rolle hier?
- Schau dir den Markt an. Lies Stellenanzeigen, die dich reizen. Nicht um sofort zu bewerben, sondern um zu sehen, was dich anspricht.
- Setz dir eine Frist. Zum Beispiel: Wenn sich in drei Monaten nichts geändert hat, fange ich an, mich ernsthaft umzuschauen.
Wann ein Wechsel richtig ist
Wenn die Unzufriedenheit seit Monaten anhält, an der Arbeit selbst liegt und Gespräche nichts verändert haben, ist ein Wechsel oft die ehrlichere Entscheidung. Das ist kein Scheitern. Es heißt nur, dass das, was einmal gepasst hat, heute nicht mehr passt.
Wichtig ist, nicht nur von etwas weg zu wechseln, sondern zu etwas hin. Sonst landest du im nächsten Job mit demselben Gefühl. Wie du herausfindest, was zu dir passt, steht in Herausfinden, was beruflich zu dir passt.
Du drehst dich seit Monaten im Kreis?
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Häufige Fragen
Was tun, wenn man unzufrieden im Job ist?
Zuerst genau herausfinden, woran es liegt: an einer Phase, einer Person, der Rolle oder der Arbeit selbst. Dann das Thema ansprechen, wenn möglich, und sich eine Frist setzen, bis wann sich etwas ändern soll.
Wann sollte ich den Job wechseln?
Wenn die Unzufriedenheit seit Monaten anhält, an der Arbeit selbst liegt, Gespräche nichts verändert haben und du dich im Unternehmen nicht mehr in der Zukunft siehst.
Ist es normal, mit 30 unzufrieden im Job zu sein?
Ja, sehr. Mit Anfang 30 ändern sich bei vielen die Prioritäten, während die Karriere noch nach den Regeln aus den 20ern läuft. Das führt oft zu Unzufriedenheit, ohne dass etwas „falsch“ ist.
Wie unterscheide ich eine Phase von einem echten Problem?
Achte auf Dauer, Ursache und Perspektive. Eine Phase ist meist an ein Ereignis gekoppelt und vorübergehend. Ein echtes Problem hält ohne klaren Auslöser an und betrifft die Arbeit selbst.