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Trennungsgespräch führen als Teamlead im Startup: Vorbereitung und Ablauf

Von Sandra-Lorena Bahlmann · 8 Min. Lesezeit · Aktualisiert: Oktober 2026

Kurz gesagtEin Trennungsgespräch sollte kurz, klar und respektvoll sein. Die Entscheidung steht fest und wird nicht verhandelt. Bereite dich mit HR oder deiner Führungskraft vor, klärt die rechtlichen und organisatorischen Punkte vorher, nenn die Entscheidung in den ersten Minuten, gib Raum für Reaktionen und erkläre die nächsten Schritte. Danach ist ein offenes Wort an das Team wichtig.

Das erste Trennungsgespräch gehört für viele Führungskräfte zu den schwersten Momenten überhaupt. Gerade im Startup, wo man sich kennt, zusammen gefeiert und manches Wochenende durchgearbeitet hat. Du hast vielleicht schon Nächte darüber gegrübelt, wie du es sagen sollst.

Dieser Artikel hilft dir, das Gespräch gut vorzubereiten und so zu führen, dass es für beide Seiten so respektvoll wie möglich wird.

Wichtig vorab: Ich bin keine Anwältin und darf keine Rechtsberatung geben. Dieser Artikel ersetzt keine rechtliche Beratung. Kündigungen haben in Deutschland klare formale Anforderungen, eine Kündigung muss zum Beispiel schriftlich erfolgen (§ 623 BGB). Kläre alle rechtlichen Fragen vorher mit HR oder einer Anwältin oder einem Anwalt für Arbeitsrecht.

Vor dem Gespräch

Kläre die Rahmenbedingungen

  • Ist die Entscheidung endgültig und mit allen Beteiligten abgestimmt?
  • Sind die rechtlichen Punkte geklärt, also Kündigungsfrist, Form, gegebenenfalls Betriebsrat?
  • Was passiert mit Laptop, Zugängen, offenen Aufgaben, Urlaub?
  • Gibt es ein Angebot wie eine Freistellung, ein gutes Zeugnis oder Unterstützung bei der Jobsuche?

Plane Ort und Zeitpunkt

Ein ruhiger Raum oder ein Video-Call ohne Störungen. Nicht am Freitagabend, nicht vor dem Urlaub der Person, nicht vor dem ganzen Team. Viele empfehlen eher den Anfang der Woche, damit die Person nicht allein ins Wochenende geht und Fragen klären kann.

Bereite deine ersten Sätze vor

Schreib dir auf, wie du die Entscheidung formulierst. In der Situation selbst ist man oft nervöser, als man denkt.

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Das Gespräch selbst

  1. Komm schnell zur Sache. Nach einem kurzen Gruß, kein Small Talk: „Ich habe leider eine schwierige Nachricht. Wir haben entschieden, die Zusammenarbeit mit dir zu beenden.“
  2. Nenn den Grund kurz und sachlich. Ein, zwei Sätze. Keine Grundsatzdiskussion. Bei betriebsbedingten Gründen kann das sein: „Wir müssen nach der verpassten Finanzierung das Team verkleinern.“
  3. Mach klar, dass die Entscheidung feststeht. Ein Trennungsgespräch ist keine Verhandlung über das Ob.
  4. Gib Raum für Reaktionen. Schock, Wut, Tränen, Schweigen. Alles ist möglich und okay. Halte es aus, ohne dich zu rechtfertigen.
  5. Erkläre die nächsten Schritte. Was passiert jetzt konkret? Wer ist Ansprechpartner für Fragen?
  6. Beende das Gespräch respektvoll. Nach 15 bis 20 Minuten ist meist alles gesagt. Biete an, offene Fragen in einem zweiten Termin zu klären.

Was du vermeiden solltest

  • Um den heißen Brei reden. Je länger es dauert, bis die Nachricht kommt, desto schlimmer.
  • „Ich finde das auch schlimm.“ Gut gemeint, aber das Gespräch dreht sich dann um dich.
  • Diskutieren und verteidigen. Du musst nicht jeden Einwand widerlegen.
  • Versprechen, die du nicht halten kannst. „Vielleicht holen wir dich später zurück“ weckt falsche Hoffnungen.

Nach dem Gespräch

Informiere das Team

Zeitnah, ehrlich und ohne Details, die die Person bloßstellen. Das Team merkt ohnehin, dass etwas passiert ist. Wenn du schweigst, entstehen Gerüchte und Unsicherheit, gerade in einem kleinen Startup-Team. Sprich auch an, wie die Aufgaben verteilt werden.

Sorge für dich

Ein Trennungsgespräch nimmt auch die Führungskraft mit. Es ist normal, sich danach erschöpft oder schuldig zu fühlen. Sprich mit jemandem darüber, mit deiner Führungskraft, einer erfahrenen Kollegin oder in einem Coaching.

Oft geht einer Trennung eine längere Phase schwacher Leistung voraus. Wie du damit früher und besser umgehst, steht in Low Performer im Team: Was du als Teamlead im Startup tun kannst.

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Häufige Fragen

Wie lange sollte ein Trennungsgespräch dauern?

Meist reichen 15 bis 20 Minuten. Die Entscheidung kommt in den ersten Minuten, danach ist Raum für Reaktionen und die nächsten Schritte. Offene Fragen können in einem zweiten Termin geklärt werden.

Was sage ich am Anfang eines Trennungsgesprächs?

Nach einer kurzen Begrüßung direkt die Entscheidung, zum Beispiel: Ich habe leider eine schwierige Nachricht. Wir haben entschieden, die Zusammenarbeit mit dir zu beenden. Danach ein bis zwei Sätze zum Grund.

Muss eine Kündigung schriftlich erfolgen?

Ja, in Deutschland muss eine Kündigung schriftlich erfolgen. Kläre alle formalen und rechtlichen Fragen vor dem Gespräch mit HR oder einer Fachanwältin oder einem Fachanwalt für Arbeitsrecht. Ich bin keine Anwältin und darf keine Rechtsberatung geben, bitte lass alle rechtlichen Punkte prüfen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für ein Trennungsgespräch?

Viele empfehlen eher den Anfang der Woche und einen ruhigen Rahmen ohne Zeitdruck, nicht direkt vor dem Wochenende oder dem Urlaub der Person.

Wie informiere ich das Team nach einer Kündigung?

Zeitnah, ehrlich und ohne Details, die die Person bloßstellen. Erkläre kurz, dass die Person das Unternehmen verlässt, und wie die Aufgaben verteilt werden.

Sandra-Lorena Bahlmann

Sandra-Lorena Bahlmann ist Leadership- und Career-Coach für Tech-Startups in Berlin. Mehr über ihr Leadership-Coaching für Startups → Sie war Co-Founderin eines Tech-Startups, hat cross-funktionale Marketing-Teams von bis zu 10 Mitarbeitenden in B2B-SaaS-Startups geführt und Teams durch Post-Merger-Integrationen begleitet. Heute coacht sie First-Time Leader und High Performer in Tech-Startups, mit über 800 Coaching-Stunden und 35+ Empfehlungen auf LinkedIn.

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