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1:1-Meetings als Teamlead im Startup: Ablauf, Fragen und typische Fehler

Von Sandra-Lorena Bahlmann · 7 Min. Lesezeit · Aktualisiert: Oktober 2026

Kurz gesagt1:1-Meetings sind regelmäßige Einzelgespräche zwischen Teamlead und Teammitglied, meist 30 Minuten alle ein bis zwei Wochen. Sie gehören vor allem der Person aus dem Team: Es geht um ihre Themen, Hindernisse, Entwicklung und Feedback in beide Richtungen, nicht um Statusupdates. Der häufigste Fehler im Startup ist, sie ständig zu verschieben, weil gerade etwas Dringenderes ansteht.

„Wir reden doch eh den ganzen Tag.“ Das ist der häufigste Grund, warum Teamleads in Startups keine festen 1:1s machen. Und es stimmt: Im Startup ist man ständig im Austausch. Aber über die wirklich wichtigen Dinge spricht man im Slack-Thread oder im Daily selten. Dafür sind 1:1s da.

Was ist ein 1:1-Meeting?

Ein 1:1 ist ein regelmäßiges Gespräch zwischen dir als Teamlead und einer Person aus deinem Team. Es ist kein Statusmeeting, in dem du Aufgaben abfragst. Es ist die Zeit der anderen Person: für ihre Fragen, Sorgen, Ideen, Hindernisse und ihre Entwicklung.

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Warum 1:1s so wichtig sind

Das Forschungsinstitut Gallup beschreibt regelmäßige, kurze und echte Gespräche zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden als eine der wichtigsten Gewohnheiten guter Führung. Konkret heißt das:

  • Probleme kommen früher auf den Tisch. Bevor jemand kündigt, gibt es fast immer Signale. In 1:1s hörst du sie.
  • Vertrauen entsteht. Gerade wenn du Ex-Kolleginnen und -Kollegen führst, sind 1:1s der Ort, an dem sich die neue Beziehung sortiert.
  • Feedback wird normal. Wenn es einen festen Rahmen gibt, ist Feedback keine große Sache mehr. Mehr dazu in Feedback geben als neue Führungskraft im Startup.
  • Entwicklung findet statt. Im Startup-Alltag geht es fast immer um das Dringende. 1:1s schaffen Raum für das Wichtige.

Wie oft und wie lange?

Ein guter Start sind 30 Minuten alle ein bis zwei Wochen pro Person. Bei neuen Teammitgliedern oder in schwierigen Phasen eher wöchentlich, bei erfahrenen Leuten in ruhigen Zeiten auch mal alle zwei Wochen. Wichtiger als die Länge ist, dass sie regelmäßig stattfinden.

Ein einfacher Ablauf

  1. Check-in (5 Min.): Wie geht es dir gerade, beruflich und wenn du magst auch persönlich?
  2. Themen der Person (15 Min.): Was beschäftigt dich? Wo kommst du nicht weiter? Die Person bringt die Themen mit.
  3. Deine Themen (5 Min.): Feedback, Infos, die sie brauchen, Fragen von deiner Seite.
  4. Nächste Schritte (5 Min.): Was nehmt ihr beide mit?

Ein geteiltes Dokument, in das ihr beide vorher Themen eintragt, hilft enorm. So bereitet sich die Person vor, und nichts geht verloren.

Gute Fragen für 1:1s

Zum Einstieg

  • Was war diese Woche gut, was war nervig?
  • Was beschäftigt dich gerade am meisten?

Zu Hindernissen

  • Wo kommst du gerade nicht weiter?
  • Was kann ich aus dem Weg räumen?

Zu Entwicklung

  • Woran möchtest du in den nächsten Monaten wachsen?
  • Welche Aufgabe würdest du gern mal übernehmen?

Feedback an dich

  • Was soll ich als Führungskraft mehr machen, was weniger?
  • Gibt es etwas, das du von mir brauchst?

Die häufigsten Fehler bei 1:1-Meetings in Startups

  1. Ständig verschieben. Jedes Verschieben sagt: Etwas anderes ist wichtiger als du. Wenn du verschieben musst, dann direkt mit neuem Termin.
  2. Statusupdates statt Gespräch. Wenn ihr nur Tickets durchgeht, gehört das ins Team-Meeting.
  3. Du redest die meiste Zeit. Faustregel: Die andere Person sollte mehr reden als du.
  4. Keine Folgeschritte. Wenn Themen besprochen, aber nie angegangen werden, verlieren 1:1s schnell ihren Wert.
  5. Nur reden, wenn es brennt. 1:1s sind am wertvollsten, wenn gerade nichts brennt.

1:1s im Startup: Was anders ist

Im Startup ändern sich Prioritäten schnell, und Teams wachsen oft rasant. Gerade dann sind 1:1s ein Anker. Sie sind der Ort, an dem du erklärst, warum sich etwas ändert, und hörst, wie es bei den Leuten ankommt. Und wenn du Fachleute führst, die in ihrem Bereich mehr wissen als du, sind 1:1s die Chance, zu verstehen, was sie brauchen, um gut arbeiten zu können.

Mehr zum Einstieg in die Führungsrolle: Vom Mitarbeiter zur Führungskraft im Startup: Die ersten 90 Tage und Teamlead im Startup: Aufgaben und Verantwortung.

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Häufige Fragen

Was ist ein 1:1-Meeting?

Ein regelmäßiges Einzelgespräch zwischen Führungskraft und Teammitglied, in dem es vor allem um die Themen, Hindernisse und Entwicklung der Person aus dem Team geht, nicht um Statusupdates.

Wie oft sollte man 1:1-Meetings machen?

Ein guter Richtwert sind 30 Minuten alle ein bis zwei Wochen pro Person. Neue Teammitglieder oder schwierige Phasen brauchen eher einen wöchentlichen Rhythmus.

Welche Fragen stelle ich im 1:1?

Zum Beispiel: Was beschäftigt dich gerade am meisten? Wo kommst du nicht weiter? Was kann ich aus dem Weg räumen? Woran möchtest du wachsen? Was soll ich als Führungskraft mehr oder weniger machen?

Wer bereitet das 1:1 vor?

Am besten beide. Ein geteiltes Dokument, in das ihr vorher Themen eintragt, hilft. Die Themen der Person aus dem Team haben dabei Vorrang.

Was ist der häufigste Fehler bei 1:1s?

Sie ständig zu verschieben oder sie für Statusupdates zu nutzen. Beides nimmt ihnen den Wert.

Sandra-Lorena Bahlmann

Sandra-Lorena Bahlmann ist Leadership- und Career-Coach für Tech-Startups in Berlin. Mehr über ihr Leadership-Coaching für Startups → Sie war Co-Founderin eines Tech-Startups, hat cross-funktionale Marketing-Teams von bis zu 10 Mitarbeitenden in B2B-SaaS-Startups geführt und Teams durch Post-Merger-Integrationen begleitet. Heute coacht sie First-Time Leader und High Performer in Tech-Startups, mit über 800 Coaching-Stunden und 35+ Empfehlungen auf LinkedIn.

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