Am Anfang ist das Gründerteam oft das stärkste, was ein Startup hat. Man ergänzt sich, vertraut sich, zieht gemeinsam los. Und dann, irgendwann, knirscht es. Entscheidungen dauern länger, Gespräche werden kürzer, und man redet eher übereinander als miteinander.
Konflikte im Gründerteam sind normal. Gefährlich werden sie, wenn sie nicht geklärt werden, denn sie übertragen sich aufs ganze Unternehmen. Der Harvard-Professor Noam Wasserman hat in seiner Forschung zu „The Founder's Dilemmas“ gezeigt, dass viele Startups weniger an Markt oder Produkt scheitern als an Problemen im Team, gerade im Gründerteam.
Die häufigsten Ursachen
Unklare Rollen
Am Anfang machen alle alles. Mit dem Wachstum braucht es klare Verantwortungsbereiche. Wenn die fehlen, entscheiden zwei Leute über dasselbe, oder niemand fühlt sich zuständig.
Unterschiedliche Vorstellungen von Tempo und Richtung
Schnell wachsen oder profitabel werden? Mehr Risiko oder mehr Sicherheit? Diese Fragen werden am Anfang oft nicht ausgesprochen und brechen später auf.
Ungleich empfundener Einsatz
„Ich arbeite hier 70 Stunden, und du gehst um sechs.“ Ob es stimmt oder nicht: Wenn ein Co-Founder das Gefühl hat, mehr zu tragen, entsteht Groll.
Veränderungen durch Wachstum und Investoren
Mit einer Finanzierung kommen neue Rollen, oft wird einer CEO und der andere nicht. Wer in der Geschäftsführung ist und wer nicht, verändert die Machtverhältnisse. Mehr dazu, wie sich das für Co-Founder ohne Geschäftsführung anfühlt, steht in Coaching für Startup-Gründer und Co-Founder.
Persönliche Veränderungen
Familie, Gesundheit, neue Prioritäten. Menschen verändern sich, und damit auch, was sie vom Startup wollen.
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Warnsignale, die du ernst nehmen solltest
- Ihr sprecht wichtige Themen nur noch in großen Runden an, nicht mehr unter vier Augen.
- Entscheidungen werden vertagt, weil ihr euch nicht einigen könnt.
- Das Team merkt die Spannung und fängt an, sich auf Seiten zu stellen.
- Du erzählst anderen mehr über den Konflikt als deinem Co-Founder.
- Ihr redet über Exit-Szenarien, ohne dass es einen Anlass gibt.
So klärt ihr Konflikte im Gründerteam
1. Sprecht über die Zusammenarbeit, nicht nur über das Business
Die meisten Gründerteams sprechen ständig über Produkt, Zahlen und Hiring, aber selten über die Zusammenarbeit selbst. Ein fester Termin, zum Beispiel einmal im Monat, nur für die Frage „Wie läuft es zwischen uns?“, verhindert, dass sich Dinge aufstauen.
2. Klärt eure Rollen neu
Was verantwortet wer? Wer entscheidet was allein, was gemeinsam? Schreibt es auf und schaut es euch regelmäßig wieder an, denn mit dem Wachstum verändert es sich.
3. Trennt Sache und Person
„Ich sehe die Wachstumsstrategie anders“ ist ein inhaltlicher Konflikt. „Du hörst mir nie zu“ ist ein Beziehungskonflikt. Beides ist legitim, aber es hilft, zu wissen, worüber ihr gerade sprecht.
4. Klärt deine eigene Position zuerst
Bevor du ins Gespräch gehst: Was ist dir wirklich wichtig? Was brauchst du? Wo bist du bereit, nachzugeben? Wer seine eigene Position kennt, kann ruhiger und klarer sprechen.
5. Holt euch Unterstützung, wenn es festgefahren ist
Wenn ihr euch im Kreis dreht, hilft eine neutrale dritte Person. Je nach Situation kann das ein Coaching für einen von euch sein, um die eigene Position zu klären, ein gemeinsames Coaching als Gründerteam oder bei sehr festgefahrenen Konflikten eine professionelle Mediation. Bei Fragen zu Anteilen, Verträgen oder einem möglichen Ausstieg gehört zusätzlich eine rechtliche Beratung dazu.
Vorbeugen ist leichter als Reparieren
Viele Konflikte lassen sich entschärfen, bevor sie entstehen: durch klare Rollen, offene Gespräche über Erwartungen und regelmäßige Reflexion der Zusammenarbeit. Gerade in Wachstumsphasen, wenn sich Rollen ohnehin verändern, lohnt es sich, bewusst innezuhalten. Mehr dazu, wie sich die Gründerrolle mit dem Wachstum verändert, steht in Vom Gründer zum CEO.
Knirscht es in eurem Gründerteam?
In einem kostenlosen 20-minütigen Call schauen wir vertraulich, was gerade los ist und ob ein Coaching für dich oder euch beide sinnvoll ist.
Häufige Fragen
Warum gibt es Streit zwischen Co-Foundern?
Häufige Ursachen sind unklare Rollen, unterschiedliche Vorstellungen von Tempo und Richtung, ungleich empfundener Einsatz, Veränderungen durch Wachstum und Investoren und persönliche Veränderungen.
Wie löse ich einen Konflikt mit meinem Co-Founder?
Klär zuerst deine eigene Position, sprecht dann offen über die Zusammenarbeit selbst, trennt inhaltliche von persönlichen Themen und klärt eure Rollen neu. Wenn ihr nicht weiterkommt, hilft eine neutrale dritte Person.
Wann brauchen Gründer eine Mediation?
Wenn Gespräche immer wieder im selben Streit enden, das Vertrauen stark beschädigt ist oder ein Ausstieg im Raum steht. Bei Fragen zu Anteilen und Verträgen ist zusätzlich rechtliche Beratung sinnvoll.
Kann ein Coaching bei Konflikten im Gründerteam helfen?
Ja. Ein Einzelcoaching hilft, die eigene Position zu klären und das Gespräch vorzubereiten. Ein gemeinsames Coaching kann helfen, die Zusammenarbeit neu aufzusetzen, wenn beide offen dafür sind.
Wie beugen Gründer Konflikten vor?
Durch klar verteilte Verantwortungsbereiche, offene Gespräche über Erwartungen und regelmäßige Termine, in denen es nur um die Zusammenarbeit geht, nicht um das Business.