Irgendwann reicht es nicht mehr, dass alle an die Gründer berichten. Es braucht die ersten Führungskräfte. Und damit eine der wichtigsten Entscheidungen im Startup: Befördert ihr jemanden aus dem Team, oder holt ihr jemanden von außen?
Beides kann gut gehen, und beides kann schiefgehen. In diesem Artikel geht es darum, wann welcher Weg passt.
Intern befördern
Vorteile
- Kontext und Vertrauen. Die Person kennt Produkt, Kunden, Team und Kultur und hat sich schon bewährt.
- Signal ans Team. Leistung wird gesehen, es gibt Entwicklungswege im Startup.
- Schneller Start. Keine lange Einarbeitung ins Unternehmen.
Risiken
- Keine Führungserfahrung. Die beste Fachkraft ist nicht automatisch eine gute Führungskraft.
- Rollenwechsel unter Ex-Peers. Gestern Kollegin, heute Chefin. Das verändert Beziehungen.
- Du verlierst eine starke Fachkraft, weil sie jetzt weniger Zeit für operative Arbeit hat.
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Extern einstellen
Vorteile
- Führungserfahrung. Die Person hat schon Teams geführt und Fehler woanders gemacht.
- Neue Perspektiven und Strukturen, die im Team noch fehlen.
- Kompetenz, die intern fehlt, zum Beispiel beim Aufbau eines ganz neuen Bereichs.
Risiken
- Kultur passt nicht. Gerade Führungskräfte aus Konzernen tun sich mit Startup-Tempo und fehlenden Strukturen manchmal schwer.
- Widerstand im Team. Wenn jemand von außen kommt, fühlen sich interne Kandidatinnen und Kandidaten übergangen.
- Lange Einarbeitung und hohe Kosten, wenn es nicht passt.
Woran du dich orientieren kannst
| Eher intern, wenn … | Eher extern, wenn … |
|---|---|
| es jemanden im Team gibt, der führen will, nicht nur kann | niemand im Team die Kompetenz für den Bereich hat |
| Kontextwissen und Vertrauen besonders wichtig sind | ihr schnell Strukturen aufbauen müsst, die es noch nicht gibt |
| ihr bereit seid, die Person beim Einstieg zu unterstützen | das Team sehr schnell wächst und Erfahrung dringend nötig ist |
Warnsignale bei internen Kandidaten
- Die Person will die Rolle vor allem wegen Titel oder Gehalt, nicht wegen der Arbeit mit Menschen.
- Es gäbe keinen anderen Karriereweg als Führung. Dann lohnt sich ein Expertenpfad als Alternative.
- Die Person hat im Team bisher wenig Vertrauen, oder Konflikte mit ihr eskalieren regelmäßig, statt geklärt zu werden. Dass jemand anders denkt und unbequeme Fragen stellt, ist dagegen im Startup oft ein Vorteil.
So gelingt eine interne Beförderung
- Sprich vorher offen über die Rolle, inklusive der Teile, die weniger glänzen.
- Kläre Erwartungen und Verantwortung, so gut es im Startup eben geht.
- Kommuniziere die Entscheidung gut im Team, auch gegenüber denen, die sich selbst Hoffnungen gemacht haben.
- Unterstütze den Einstieg aktiv: regelmäßige 1:1s mit dir, Raum für Fragen und Unterstützung durch Coaching in den ersten Monaten. Mehr dazu in Coaching für neue Führungskräfte im Startup.
So gelingt eine externe Einstellung
- Prüf den Startup-Fit im Interview genauso intensiv wie die Erfahrung. Wie das geht, steht in Bewerbungsgespräche führen als Teamlead im Startup.
- Bezieh das Team in den Prozess ein, damit die neue Führungskraft nicht als Fremdkörper ankommt.
- Plane ein echtes Onboarding, auch für Führungskräfte: Produkt, Kunden, Geschichte, ungeschriebene Regeln.
Du stehst vor den ersten Führungsentscheidungen?
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Häufige Fragen
Sollte ich Führungskräfte intern befördern oder extern einstellen?
Intern, wenn jemand im Team führen will, Vertrauen genießt und ihr bereit seid, den Einstieg zu unterstützen. Extern, wenn eine Kompetenz im Team ganz fehlt oder sehr schnell Erfahrung gebraucht wird.
Warum scheitern intern beförderte Führungskräfte?
Häufig, weil sie ohne Vorbereitung und Unterstützung in die Rolle kommen, weiter vor allem operativ arbeiten und der Rollenwechsel gegenüber ehemaligen Kolleginnen und Kollegen nicht gut begleitet wird.
Wann braucht ein Startup die ersten Führungskräfte?
Spätestens, wenn die Gründer zum Bottleneck werden, also wenn zu viele Menschen direkt an sie berichten und Entscheidungen bei ihnen hängen bleiben.
Wie unterstütze ich eine neue interne Führungskraft?
Mit klaren Erwartungen, regelmäßigen 1:1s, guter Kommunikation der Entscheidung im Team und gezielter Unterstützung wie Coaching in den ersten Monaten.
Was ist ein Expertenpfad?
Ein Karriereweg, auf dem sich Fachkräfte ohne Führungsverantwortung weiterentwickeln, mit mehr Einfluss und Gehalt. So müssen gute Fachleute nicht Führungskraft werden, um voranzukommen.