Leadership-Coaching › Ratgeber › Leadership im Startup

Neu in der Führungsrolle

Teamlead im Startup: Operativ mitarbeiten oder führen?

Von Sandra-Lorena Bahlmann · 7 Min. Lesezeit · Aktualisiert: Oktober 2026

Kurz gesagtIm Startup sind Teamleads fast immer auch operativ tätig. Das ist normal, wird aber zum Problem, wenn die Führungsarbeit dauerhaft hinten runterfällt. Hilfreich ist, bewusst zu entscheiden, wie viel Zeit in Führung fließt, Führungstermine wie 1:1s fest im Kalender zu blocken, operative Aufgaben gezielt abzugeben und mit den Gründern zu klären, was von dir erwartet wird. Je größer das Team, desto weniger operativ.

Du bist Teamlead. Du sollst dein Team führen, 1:1s machen, Feedback geben, Leute einstellen. Und gleichzeitig hast du deine eigenen Projekte, Deadlines und Kunden. Am Ende der Woche fühlt es sich an, als hättest du beides nur halb gemacht.

Willkommen in der typischen Teamlead-Rolle im Startup.

Warum Teamleads im Startup operativ bleiben

  • Die Teams sind klein. Jede Hand wird gebraucht.
  • Du bist oft die Person mit der meisten Erfahrung.
  • Operative Arbeit ist sichtbar und fühlt sich produktiv an. Führung oft nicht.
  • Niemand hat klar gesagt, wie viel Führung von dir erwartet wird.

Ich begleite neue Führungskräfte und Gründer in Startups, damit sie schneller und sicherer in ihre Rolle finden. Leadership-Coaching ansehen →

Woran du merkst, dass die Balance kippt

  • 1:1s werden regelmäßig verschoben oder ausfallen gelassen.
  • Dein Team wartet auf Entscheidungen von dir.
  • Du arbeitest abends, um „endlich zu deiner eigentlichen Arbeit“ zu kommen.
  • Du bist der Bottleneck im Team.
  • Du weißt nicht mehr genau, wie es den Leuten im Team geht.

Eine Faustregel

Es gibt keine exakte Zahl, aber eine grobe Orientierung: Je mehr Menschen du führst, desto weniger Zeit bleibt für eigene operative Arbeit. Bei zwei, drei Leuten kannst du noch viel selbst machen. Ab etwa sechs bis acht Leuten ist Führung ein großer Teil deiner Arbeit, und das ist auch richtig so.

Was hilft

  1. Kläre die Erwartung mit den Gründern. Wie viel Prozent deiner Zeit soll in Führung fließen? Was darf liegen bleiben? Das schafft Klarheit, auch für dich.
  2. Blocke Führungszeit fest. 1:1s, Team-Meeting, Zeit für Planung. Diese Termine sind genauso wichtig wie Kundentermine.
  3. Gib operative Aufgaben gezielt ab, vor allem die, die andere im Team auch können oder lernen sollen. Mehr dazu in Delegieren.
  4. Mach dich nicht zum Bottleneck. Kläre, welche Entscheidungen das Team ohne dich treffen kann.
  5. Miss deinen Erfolg anders. Dein Beitrag ist jetzt, dass das Team gut arbeitet, nicht, wie viel du selbst schaffst.

Einen Überblick über die Aufgaben der Rolle findest du in Teamlead im Startup: Aufgaben und Verantwortung.

Du bist zwischen operativer Arbeit und Führung zerrissen?

In meinem Leadership Coaching über 3 Monate finden wir eine Balance, die zu dir, deinem Team und deinem Startup passt. Im kostenlosen 20-minütigen Fit Call schauen wir, ob das für dich passt.

Häufige Fragen

Wie viel operative Arbeit sollte ein Teamlead machen?

Das hängt von der Teamgröße ab. Bei kleinen Teams kann noch viel operative Arbeit dabei sein. Je größer das Team, desto mehr Zeit sollte in Führung fließen.

Warum bin ich als Teamlead immer der Bottleneck?

Oft, weil zu viele Entscheidungen bei dir liegen und operative Aufgaben nicht abgegeben werden. Klare Entscheidungsrechte im Team und gezieltes Delegieren helfen.

Wie finde ich Zeit für Führung?

Indem du Führungstermine wie 1:1s fest blockst, operative Aufgaben abgibst und mit den Gründern klärst, was Priorität hat.

Ist es normal, dass Teamleads im Startup operativ arbeiten?

Ja, fast immer. Problematisch wird es erst, wenn die Führungsarbeit dauerhaft liegen bleibt.

Sandra-Lorena Bahlmann, Career- und Leadership-Coach in Berlin

Sandra-Lorena Bahlmann ist Leadership- und Career-Coach für Tech-Startups in Berlin. Sie war Co-Founderin eines Tech-Startups, hat cross-funktionale Marketing-Teams von bis zu 10 Mitarbeitenden in B2B-SaaS-Startups geführt und Teams durch Post-Merger-Integrationen begleitet. Heute coacht sie First-Time Leader und High Performer in Tech-Startups, mit über 800 Coaching-Stunden und 35+ Empfehlungen auf LinkedIn. Mehr über ihr Leadership-Coaching für Startups →

Weiterlesen

Mehr aus dem Ratgeber zu Leadership im Startup · Alle Artikel ansehen →